Möglicher Anwendungsfall
Eingangsrechnungen automatisieren und Ausnahmen kontrollieren
Eine Rechnung wird nicht dadurch fertig bearbeitet, dass eine KI den Betrag erkennt. Lieferant, Bestellung, Dubletten und die zuständige Freigabe müssen zusammenpassen. Ein sinnvoller Workflow bereitet diese Prüfung in Ihrer vorhandenen Arbeitsumgebung vor und lässt unklare Fälle sichtbar offen.
Ihren Rechnungseingang besprechenWorauf es ankommt
- Vorhandene strukturierte Rechnungsdaten und Standardfunktionen zuerst nutzen.
- Erkannte Werte sind Vorschläge, bis die vereinbarten Prüfungen bestanden sind.
- Die beschriebene Lösung bereitet die Freigabe vor; automatisches Buchen oder Bezahlen gehört nicht zu diesem Standardbeispiel.
Vom Rechnungseingang bis zur zuständigen Person
Zunächst betrachten wir, wo Rechnungen eintreffen und wer sie heute prüft. Nutzen Buchhaltung oder Dokumentenablage bereits Import, Lieferantenzuordnung und Freigaben, kann deren Einrichtung genügen. Eine individuelle Verbindung ist sinnvoll, wenn Informationen sonst zwischen Postfach, Bestellung und Buchhaltung manuell übertragen werden müssen.
Liegen strukturierte Rechnungsdaten vor, werden diese als Quelle geprüft. Sie unnötig in ein Bild umzuwandeln und erneut zu erkennen, schafft zusätzliche Fehlerstellen. PDF- oder Scan-Ausnahmen benötigen einen eigenen Weg; welche Formate und Übergaben zuverlässig funktionieren, wird mit repräsentativen Beispielen getestet.
Fiktives Beispiel: Betrag erkannt, Freigabe noch offen
Synthetischer Beleg für eine Demonstration: Lieferant Musterteile, Rechnungsnummer R-1042, Bestellnummer B-72, Gesamtbetrag 476,00 Euro. Die hinterlegte Bestellung erwartet 428,40 Euro. Diese Angaben sind vollständig erfunden und beschreiben weder einen Kunden noch eine steuerliche Musterrechnung.
Das gewünschte Ergebnis ist eine Bearbeitungsnotiz mit Originalbeleg, extrahierten Angaben, Prüfstatus und zuständiger Person. Der Betrag wird trotz erfolgreicher Erkennung nicht stillschweigend übernommen. Die fachliche Abweichung entscheidet der Einkauf gemeinsam mit der vorgesehenen Rechnungsfreigabe.
| Angabe und Regel | Status und nächste Verantwortung |
|---|---|
| Rechnungsnummer R-1042: bereits vorhanden? | Bei Treffer als mögliche Dublette markieren; Buchhaltung prüft |
| Bestellnummer B-72: eindeutig zuordenbar? | Zuordnung dokumentieren; bei fehlender Bestellung Rückfrage an Einkauf |
| 476,00 Euro gegenüber 428,40 Euro | Abweichung 47,60 Euro; keine automatische Freigabe |
| Zahlungsdaten anders als Lieferantenstamm | Änderung nicht aus dem Beleg übernehmen; separat fachlich bestätigen |
| Pflichtangabe für Ihren Prozess fehlt | Offen lassen und gezielt nachfordern; keinen Wert ergänzen |
Erkennung, Prüfung und Freigabe sind drei Aufgaben
Texterkennung liest Zeichen. Eine Extraktion ordnet Werte den vereinbarten Feldern zu. Regeln vergleichen diese Werte mit vorhandenen Informationen und markieren Abweichungen. Ob eine Rechnung sachlich freigegeben werden darf, bleibt im hier beschriebenen Pilot eine bewusste Entscheidung der zuständigen Person.
Die Regeln werden anhand Ihrer tatsächlichen Abläufe festgelegt: zum Beispiel welche Zuordnung erforderlich ist und wann eine Rückfrage nötig wird. Steuerliche Prüfung, Aufbewahrung und die Gestaltung des Buchhaltungsprozesses werden mit Ihren zuständigen Fachleuten geklärt. Diese Seite verspricht keinen gesetzlichen Konformitätsnachweis.
Übergabe an die Buchhaltung gezielt abgrenzen
Wir prüfen, welche Import- oder Schnittstellenmöglichkeiten Ihr System tatsächlich bietet und welche Felder es benötigt. Eine mögliche Übergabe ist eine geprüfte Importdatei; eine direkte Verbindung ist nur nach technischer Prüfung sinnvoll zusagbar. Die vorhandene Buchhaltung bleibt der festgelegte Ort für die weitere Bearbeitung.
Kommt eine Datei doppelt an, fehlt ein Lieferant oder fällt eine Verbindung aus, muss der Vorgang auffindbar bleiben. Protokoll und Status sollen zeigen, ob nur vorbereitet, übergeben oder bereits fachlich freigegeben wurde. Diese Zustände dürfen nicht gleichgesetzt werden.
Mit einem begrenzten Belegmix testen
Für einen ersten Versuch wählen wir einen begrenzten Rechnungseingang und einen benannten Freigabeverantwortlichen. Der Test enthält typische Belege sowie Dubletten, schlechte Lesbarkeit, fehlende Bestellungen und geänderte Zahlungsdaten. Für jeden Fall wird vorab das erwartete Verhalten festgehalten.
Entscheidend sind nicht nur korrekt erkannte Felder, sondern verbleibende Prüfung, Nacharbeit und offene Ausnahmen. Formate, vorhandene Schnittstellen und die Vielfalt Ihrer Regeln bestimmen den Aufwand. Verändert ein Lieferant das Format, braucht es einen vorgesehenen Pflegeweg.
Der nächste Schritt
Ihren Rechnungseingang besprechen
Beschreiben Sie den Ablauf zunächst ohne echte Rechnungen. Beispielbelege und ein geeigneter Übertragungsweg werden erst bei Bedarf abgestimmt.
- Welche Buchhaltungssoftware und Eingangskanäle nutzen Sie?
- Welche Formate und Mengen kommen gewöhnlich vor?
- Wer prüft Bestellabweichungen und wer gibt die Rechnung frei?